Resilienz – 7 Dünger zur unbändigen Lebensliebe

Es ist die Geschichte von Turia P., die mich heute morgen als ich die Zeitung aufschlug, tief berührte.

Turia hatte einst so vieles, was man sich im Leben erträumt.

Sie war hübsch, hatte einen perfekten Körper und war eine erfolgreiche Spitzensportlerin.

Eines Tages, Turia war gerade bei einem Ultramarathon in Australien, wurde sie von einem Buschfeuer eingeschlossen. Sechzig Prozent ihrer Haut wurden dabei verbrannt. Sie musste dutzende Operationen über sich ergehen lassen, befand sich mehr als zwei Jahre im Krankenhaus und verlor mehrere Finger.

Turia überlebte. Aber nichts war wie vorher. Ihr Körper war vorerst ein einziges Wrack. Ein paar Jahre später nahm Turia beim Ironman in Hawaii teil und passierte nach 14 Stunden überglücklich das Ziel.

Zauberformel – Resilienz

Wie ist das möglich?

Wie kann ein Mensch eine solche mentale Stärke und
einen derart unbändigen Lebenswillen entwickeln?

Das Zauberwort lautet Resilienz.

Es handelt sich dabei um die Fähigkeit Schicksalsschläge oder Krisen zu überstehen, ihnen sogar etwas Positives abzugewinnen und dadurch eine außergewöhnliche Lebensliebe zu entwickeln. Wie auch du Resilienz als Lebensturbo nutzen kannst und damit einhergehend widerstandsfähiger wirst, darüber schreibe ich im heutigen Beitrag.

Als mich das Leben zu Boden schlug…

Das unfassbare Schicksal von Turia lässt sich natürlich mit keinem anderen vergleichen. Und dennoch glaube ich, dass auch ich meine Lebensleidenschaft aus einer ähnlichen Quelle, wie sie, beziehe. Denn auch in meinem Leben gab es Monate, ja sogar Jahre, deren Finsternis mich glauben ließ, dass ich nicht überleben würde.

Meine bisher größte Lebenskrise entstand durch meine Schmerzkrankheit, die mir einen zweijährigen Dauermigräneanfall bescherte. Weder die Schulmedizin noch stärkste Medikamente, wie Morphine, konnten meinen Schmerz lindern. Des Öfteren besuchte ich die Notaufnahme, weil ich glaubte diesen Schmerz keine Sekunde länger ertragen zu können. (Zur Geschichte)

Aber ich ertrug ihn und machte weiter. Heute, circa drei Jahre nach meiner Erkrankung, bin ich wieder glücklich und verspüre außerdem eine unbändige Lebensliebe. Im vergangenen Jahr habe ich mich oft gefragt, wie es dazu kam. Als ich vor einiger Zeit schließlich die sieben Säulen der Resilienz entdeckte, wurde mir bewusst, welche Lebenseinstellungen dazu geführt hatten, dass ich mit einem blauen Auge und jeder Menge Erkenntnisgeschenke davon gekommen bin, als mich das Leben zu Boden schlug.




Trainiere deine Widerstandsfähigkeit

Glückicherweise ist Resilienz eine Fähigkeit, die gelernt und trainiert werden kann. Falls auch du dir ab und an mehr Widerstandsfähigkeit wünscht, so können dir die Säulen der Resilienz, welche aus psychologischer Sicht die Kombination von sieben lebensbejahenden Einstellungen sind, als Inspiration dienen.

Die 7 Säulen der Resilienz

1. Optimismus – der Glaube an das Gute
Resiliente Menschen haben eine positive Weltsicht und einen außernatürlich starken Glauben. Dieser muss nicht von religiöser Natur sein. Er bezieht sich oftmals auf das Leben selbst und dessen Sinn.

Resiliente sind in der Regel davon überzeugt, dass alles, was ihnen im Leben widerfährt eine Bedeutung hat. Wenn sie also von einer negativen Wende erfasst werden, so glauben sie stets daran, dass diese (oft erst zu einem späteren Zeitpunkt) etwas Positives oder zumindest eine lehrreiche Erkenntnis mit sich bringt. Ganz nach dem Motto: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.

2. Akzeptanz
Wenn sich die Krise im Leben eines resilienten Menschen breit macht, so wehrt er diese nicht ab, sondern erkennt sie also solche an. Hier kommt die Heilungsformel der Akzeptanz zu tragen. In etwa so: „Na gut, das Leben hat mir eine Krise beschert. Daran kann ich jetzt nichts ändern, deshalb nehme ich die Situation aber auch die Herausforderung daraus das Beste zu machen, nun an.“

Du kannst die Wellen nicht brechen, aber du kannst lernen auf ihnen zu surfen.

3. Fokussierung auf die Lösung
Ein sehr verbreiteter Umgang mit Problemen ist es, diese wieder und wieder zu analysieren. Man umkreist das Problem tausend mal in der Hoffnung endlich zu verstehen, warum es da ist, woher es kommt und wieso der seelische Schmerz, der dadurch produziert wird, so grausam ist.

Resiliente Menschen durchbrechen diesen Kreislauf meist frühzeitig und entfernen sich so von negativen Gedanken und Selbstmitleid. Sie wissen, dass leidvolle Gedanken nur noch mehr Leid produzieren und entscheiden sich daher bewusst dazu ihren Fokus auf die mögliche Lösung auszurichten.

Kurzum: Sie blicken also nicht wehmütig in die Vergangenheit und fragen verzweifelt nach dem „Warum“. Nein, sie schauen in die Zukunft und konzentrieren sich auf den Weg aus der Krise.

4. Raus aus der Opferrolle
Resiliente Menschen lassen sich nicht in den Opfersog ziehen. In der Opferrolle erscheint einem die Welt (oder auch der eigene Körper) wie ein ungnädiger und skrupelloser Gegner. Machtlosigkeit und Willkür dominieren diesen Zustand, der viele Menschen an ihre seelische Schmerzgrenze bringt.

Widerstandsfähige Menschen erobern ihre Selbstbestimmtheit Schritt für Schritt zurück, indem sie ihre Gedanken und Handlungen auf all jene Gegebenheiten ausrichten, die sie bewusst beeinflussen können.

5. Verantwortung übernehmen
Wer die Opferrolle abstreift, wird dabei zeitgleich wieder zum Schöpfer. Er übernimmt trotz der schwierigen Umstände die 100 prozentige Verantwortung für sein Leben.

6. Soziale Netzwerke
Damit einher geht auch, dass sich jemand, der resilient ist, ein menschliches Umfeld erschafft, das ihn bestärkt. Ein großes soziales Netzwerk, das auf gegenseitige Bereicherung und Unterstützung ausgerichtet ist, erleichtert den Weg aus der Krise enorm.

7. Zukunft planen und gestalten
Außerdem tragen resiliente Menschen Qualitäten, wie Zuversicht und Zukunftsoptimismus in sich. Schließlich haben sie selbst erfahren, dass jede Krise ein Ende nimmt und außerdem fast immer Gewinne, in Form von neuen Chancen oder Erfahrungswerten mit sich bringt.

Sie glauben an ihre eigene Kraft, sowie an die Erfüllung ihrer Ziele und Wünsche und tragen aktiv dazu bei diese auch zu erreichen.




Praxistipp – Resilienz
Immer dann, wenn das Leben mich durch negative Außeneinflüsse, Schmerz oder Kränkungen zu Boden wirft, greife ich zu meinem Resilienz-Spickzettel. Darauf befindet sich zu jeder der sieben Säulen ein aussagekräftiger Satz. Die Hinweise darauf erinnern mich an meine Stärke und helfen mir dabei aus dem Problemkreislauf auszusteigen. Vielleicht magst du dir ja auch deinen eigenen kleinen Resilienz-Helfer für schwierige Lebenslagen anfertigen.

  • Wichtig dabei ist: Sei nachsichtig mit dir selbst, zweifle nicht an dir und mach‘ dir auch bewusst, dass es nicht immer möglich ist, stark zu sein. Alles Liebe, deine Melanie

Quelle: honigperlen.at 

 

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